Tauche vorsichtig. Viele aquatische
Lebewesen sind sehr empfindlich und zerbrechlich - unabhängig von ihrer
Größe. Schlechte Fotografiertechniken können empfindliche
Unterwasserlebewesen töten und zerbrechliche Arten schädigen. Eine
Berührung mit der Kamera, ein unvorsichtiger Flossenschlag, Festhalten
mit der Hand, oder ein Schlag mit dem Tank können große Schäden
verursachen. Das ist kein Foto wert! WERDE ERST EIN GUTER TAUCHER, BEVOR
DU MIT DER UNTERWASSERFOTOGRAFIE BEGINNST!
In der Nähe der Sabang Wrecks, konnten
wir schon fast 100% Seepferdchen Garantie geben. In einem Wald aus
Seefedern hatten sie ideale Bedingungen sich festzuhalten. Man konnte
sie auch immer leichter finden. Immer häufiger waren duzende von
Seefedern umgeknickt. Nur eine ragte in der Mitte noch einsam heraus.
Man konnte fast sicher sein, dort ein Seepferdchen zu finden. Fotografen
legten sich einfach flach auf den Boden - ohne Rücksicht auf die
Korallen. Und das nur, um das Tier besser ins Bild zu bekommen. Jetzt
gibt es an diesem Platz kaum noch Seefedern. Seepferdchen sucht man hier
schon lange vergeblich!
Riesen Seepferdchen - Wo man es findet
wissen zum Glück nur wenige!
2. Tauche neutral tariert
Kamerasysteme können zusätzliches Gewicht
darstellen oder positiven Auftrieb haben. Sichere deine Foto- und
Tauchausrüstung so, dass keine frei hängende Teile Unterwasserorganismen
schädigen können. Übe deine Tarierungs- und Fotografierfertigkeiten in
einem Pool oder einer Umgebung, wo du nichts kaputt machen kannst. WERDE
ERST EIN GUTER TAUCHER, BEVOR DU MIT DER UNTERWASSERFOTOGRAFIE
BEGINNST!
3. Widerstehe der Versuchung
Vermeide das Anfassen, Füttern, Manipulieren
oder Reiten auf Tieren (die Schildkröte auf dem Foto darf das, wir
nicht!). Verändere nicht die Position eines Organismus, nur um den
"perfekten Schuss" zu machen. Viele Kreaturen unter Wasser sind sehr
scheu und stressempfindlich - ein Foto von einem aufgeblasenen
Kugelfisch bringt schon lange keine Lorbeeren mehr ein! Solche Praktiken
stören das Fressverhalten, beeinträchtigen die Brutpflege und können
Aggressionen von an sich friedlichen Meeresbewohnern provozieren.
Bewege dich langsam und bedächtig durchs
Wasser. Sei beim Fotografieren ruhig und besonnen - gib den Organismen
die Möglichkeit, ihr natürliches Verhalten zu zeigen. So bekommst du
aussagekräftige und bedeutungsvolle Bilder.
5. Verbessere deine
taucherischen Fähigkeiten
Stelle sicher, dass du die für die jeweilige
Umgebung und den herrschenden Bedingungen die erforderlichen Fähigkeiten
mit bringst. Stabilisiere dich nicht indem du dich am Riff
"festkrallst". Dein Ziel sollte "Tarierung in Perfektion" sein.
WERDE ERST EIN GUTER TAUCHER, BEVOR DU MIT DER UNTERWASSERFOTOGRAFIE
BEGINNST!
6. Sei gut informiert
Halte dich an örtliche Regeln oder Gesetze,
bevor du ins Wasser gehst. Diese Regeln schützen die Unterwasserwelt und
bewaren sie für zukünftige Generationen.
7. Schütze deine Umwelt
Beteilige dich an Schutzprogrammen.
Informiere dich über das natürliche Verhalten der Lebewesen, die Du
fotografierst.
8. Nimm dir nur Bilder,
lasse nur Blasen zurück - Take Only Pictures, Leave Only Bubbles
Sammle keine Souvenirs. Fast alles, was du
unter Wasser siehst, lebt oder wird von Lebewesen benötigt! Das
Mitnehmen von z.B. Korallen oder Muscheln kann das ökologische
Gleichgewicht einer ganzen Region beeinträchtigen und ihren
Artenreichtum und Schönheit zerstören.
9. Denke an
deine Sicherheit
Kein Foto der Welt
ist es wert, sich selbst und Andere in Gefahr zu bringen. Denke auch
an deinen Atemgasverbrauch. Gewöhne dir an nach jeder Aufnahme
deinen Finimeter zu checken. WERDE ERST EIN GUTER TAUCHER, BEVOR DU
MIT DER UNTERWASSERFOTOGRAFIE BEGINNST!
10. Denke an
deine Mittaucher
Eine Kamera in der
Hand gibt dir keinerlei Vorrechte gegenüber deinen Mittauchern, die
nicht am Fotografieren interessiert sind. Vermeide Konflikte indem
du mit anderen Unterwasserfotografen tauchen gehst oder tauche mit
einem eigenen Tauchguide.