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Digitale Unterwasserfotografie

Dateiformate bei Digitalkameras - Vorteile und Nachteile

Eine digitale Kamera ist eigentlich ein Computer mit dem du Unterwasserfotos machen kannst. Die optischen Informationen werden dabei in computerlesbare Dateien umgewandelt und gespeichert. Die Software deines "Computers mit dem man Unterwasserbilder machen kann", wandelt die gespeicherten Daten so um, dass du sie auf deinem eingebauten LCD Monitor oder auf dem Computerbildschirm ansehen kannst. Du kannst die Dateien natürlich auch weiterbearbeiten, ausdrucken oder per Email verschicken.

Wie bei deinem Textverarbeitungsprogramm, gibt es auch der digitalen Fotografie verschiedene Dateiformate. Die gebräuchlichsten sind JPEG, TIFF und RAW.

1. JPEG: Joint Photographic Expert Group

  • Sehr gebräuchliches Dateiformat. Es genügt den Ansprüchen für normale Unterwasser Fotos, zum Veröffentlichen im Internet und für kleine Papierabzüge.

  • Vorteil: JPEG Dateien sind komprimiert. Dadurch sind die Dateien kleiner und brauchen weniger Speicherplatz. Du kannst die Komprimierung durch die Auswahl der Bildqualität steuern und dadurch z. B. Speicherplatz sparen.

  • Vorteil: JEPEGs sind "ready to view". Du kannst sie sofort auf dem Monitor ansehen oder per Email verschicken. Zu einem gewissen Grad kannst du JPEG Bilder nachbearbeiten.

  • Nachteil: Durch Komprimierung der Daten, beginnt der Qualitätsverlust sofort nachdem du den Auslöser betätigt hast. Und je kleiner du die Dateigröße gewählt hast, je geringer ist auch die Aufnahmequalität. Auch beim Nachbearbeiten am Computer: nach jedem Nachbearbeitungsschritt verliert dein Unterwasserfoto nach dem Abspeichern an Qualität. Achtung!  Schon das Drehen von JPEG-Bildern in der Windows XP Bild- und Faxanzeige ist nicht verlustfrei! Verwende, auch für solche minimale Änderungen, ein Bildbearbeitungsprogramm.

  • JPEGs haben die Dateiendung ".jpg" oder ".jpeg".

Fazit:

Bei den meisten digitalen Kompaktkameras hast du keine Wahl, da JPEG das einzige Dateiformat ist, dass zur Verfügung gestellt wird. Zur zur Bildbearbeitung solltest du JPEGs in ein anderes Format konvertieren, da es sonst zu Qualitätsverschlechterungen kommen kann. Außerdem werden einzelne Bildbearbeitungsschritte (Layer, Einstellungsebenen) nicht gespeichert und können daher auch nicht rückgängig gemacht werden. Vor der Bildverarbeitung solltest du deine Bilddateien als TIFF oder dem Dateiformat deines Bildbearbeitungsprogramms (z. B. .psd bei Adobe Photoshop) abspeichern.

2. TIFF: Tagged Image File Format

  • Das Dateiformat TIFF wird hauptsächlich eingesetzt, wenn das Foto ausgedruckt werden soll.

  • Vorteile: Im Gegensatz zu JPEG, haben TIFF Dateien weit mehr Bildinformationen. Auch bei der Komprimierung gehen diese Informationen nicht verloren. TIFFs behalten die meisten Bildinformationen, die der Bildsensor aufgenommen hat.

  • Nachteil: Die Dateigröße ist bei TIFFs am größten. Das braucht mehr Speicherplatz und deine Kamera braucht auch mehr Zeit, um die Bildinformationen zu verarbeiten. Aus diesem Grund ist es besser RAW Bilder zu machen und später am Computer in TIFF Dateien umzuwandeln, falls du das brauchst.

  • TIFF Dateien haben die Endung ".tiff" oder ".tif".

Fazit:

Es gibt kaum noch Kameras, die Bilddateien im TIFF Format speichern. Falls du deine Bilder nachbearbeitest und für die einzelnen Bearbeitungsschritte mit Ebenen arbeitest (sehr zu empfehlen, da einzelne Schritte anschließend rückgängig gemacht oder verändert werden können) ist TIFF eine Alternative zum Dateiformat deines Bildbearbeitungsprogramms.

3. RAW: "Roh" Format

  • Höherpreisige Kameras (z. B. digitale Spiegelreflexkameras und wenige Kompaktkameras) unterstützen zusätzlich das Dateiformat RAW. Unterwasserfotos, die im RAW Format aufgenommen wurden, werden, anders als bei JPEG Bildern, kaum von der Kamerasoftware beeinflusst. Das Bild enthält alle Informationen, die der Bildsensor aufgezeichnet hat. Du kannst eine RAW Datei mit einem belichteten noch nicht entwickelten Fotonegativ vergleichen.

    • Alle digitalen Fotos beginnen als RAW Bild. Wenn du in deiner Kamera das JPEG Format ausgewählt hast, verarbeitet sie sie das Bild, bevor sie es auf der Speicherkarte ablegt, schon ganz erheblich (z. B. Weißabgleich, Bildauflösung, usw.).

    • Wenn du deine Bilder im RAW Format aufnimmst wirst du feststellen, dass dir viele Einstellungsmöglichkeiten fehlen. Du hast diese aber nicht verloren! Sie werden von dir später am PC verarbeitet und eben nicht durch die Kamera.

    • Manche RAW Formate speichern den Weißabgleich und andere Variable schon während des Fotografierens, um später das Bearbeiten zu vereinfachen. Die Rohdaten werden aber nicht dadurch überschrieben. Du kannst später alles am Computer verändern.

  • Vorteil: RAW Dateien ermöglichen dir die absolute Kontrolle über deine Bilder, da sie alle Aufnahmedaten enthalten. Du kannst die Farbe, Schärfe, Kontrast, Sättigung und Weißabgleich jederzeit optimieren. Bildbearbeitungssoftware entwickelt sich immer weiter. Davon kannst du profitieren, da dir dann noch alle Originaldaten zur Verfügung stehen.

  • Nachteil: Obwohl RAW Dateien nicht ganz so groß wie TIFFs sind, reduzieren sie dennoch die Anzahl der Bilder auf deiner Speicherkarte. Auch braucht deine Kamera länger um das Foto zu speichern. Das wiederum verlangsamt die Kamerageschwindigkeit. JPEG und TIFF sind ein Industriestandard. Das gilt für RAW leider nicht. RAW Dateien unterscheiden sich von Hersteller zu Hersteller. Falls du RAW Dateien bearbeiten möchtest, brauchst du die Herstellersoftware, falls dein Bildbearbeitungsprogramm das Format nicht unterstützt.

  • RAW Dateien können verschiedene Endungen haben. Z. B. Nikon: ".nef", Fuji: ".raf", Canon: ".crw" und Olympus verwendet: ".orf".

  • RAW Dateien müssen später bearbeitet und zur weiteren Verwendung in eine anderes Format konvertiert werden.

Eine Besonderheit ist das Digital Negative ".dng" Format von Adobe. Adobe versucht mit diesem Format ein Standardformat für RAW zu etablieren. Ein paar Kamerahersteller (z. B. Ricoh) setzen DNG schon ein.

Fazit:

Wer alle Bildinformationen, die der Bildsensor aufnimmt, erhalten möchte, kommt um RAW nicht herum. RAW Dateien liefern das optimale Ausgangsmaterial für die spätere Bildbearbeitung.

 

 
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