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Erste Hilfe bei Verletzungen durch giftige Meerestiere und andere Lebewesen

Die überwiegende Anzahl der Tiere unter Wasser sind nicht aggressiv. Durch aktives oder passives defensives Verhalten kann es aber doch zu Verletzungen kommen. Giftige Stiche oder Bisse können dir aber auch durch andere Tiere zugefügt werden. Das gilt vor allem für die Tropen. Deshalb gehe ich auch auf giftige Stiche und Bisse von Schlangen und Reptilien, Spinnenbisse, Stiche von Skorpionen, Bienen und Ameisen ein.

Meine Ausführungen sollen keinen Kurs in Erster Hilfe und Herz-Lungen-Wiederbelebung ersetzen! Im Gegenteil! Es sollte im Interesse jedes Einzelnen sein, regelmäßig einen Erste Hilfe Kurs bei einer anerkannten Rettungsorganisation zu machen. Jeder kann in eine Notfallsituation kommen und selbst zum Opfer werden. Je mehr Menschen sich Kenntnisse in Erster Hilfe aneignen, desto wahrscheinlicher wird es, dass einem selbst geholfen werden kann!

Grundsätzliche wichtige Informationen

  • Vermute immer dann einen giftigen Stich oder Biss, wenn du ein giftiges Tier in der Nähe siehst oder dir der Patient sagt, dass er gebissen oder gestochen wurde. Wenn es möglich und sicher ist, präge dir das Aussehen des Tiers ein oder fange es für eine spätere Identifikation. Sicherlich wirst du dies nur tun, wenn du dich damit nicht selbst gefährdest und die Sorge um deinen Patienten vernachlässigst.

  • Die Reaktion auf Gift ist von vielen Faktoren abhängig. Dazu zählen: die Größe des Patienten, seine gesundheitlichen Verfassung, ist es kalt oder warm, seiner Körperchemie, die Biss- oder Stichstelle, und natürlich die Menge an Gift, die aufgenommen wurde. Einige Patienten haben schon auf kleine Bisse oder Stiche ernsthafte allergische Reaktionen - z. B. bei Bienen Stichen.

  • Bei Schlangen- oder Reptilienbissen siehst du oft Schwellungen und Hautverfärbungen um die Bissstelle. Der Patient klagt über Schmerzen, Schwäche, Schwindel, Atembeschwerden, Sprech- / Schluckbeschwerden, Kopfschmerzen, Sinnestäuschungen, Jucken, oder Taubheitsgefühl um den Mund oder im Gesicht. Es können Herzrasen, Fieber, Zuckungen auftreten. Der Patient kann sich erbrechen.

  • Patienten die von einer giftigen Spinne gebissen wurden haben vielleicht Schmerzen, Hautrötung und/oder Hitzegefühl um die Bissstelle. Bauchschmerzen, Muskelkrämpfe oder Zuckungen, Orientierungslosigkeit, Koma und Speichelfluss können auftreten. Ebenfalls können Schweißausbrüche, Kopfschmerzen, Schwindel, Atembeschwerden, Taubheitsgefühl und Zuckungen um den Mund auftreten. Oftmals treten die ersten Symptome nach mehr als einer Stunde nach dem Biss auf.

  • Insektenbisse und Stiche führen normalerweise zu Schmerzen, Rötungen, Jucken und Schwellungen an der Bissstelle. Manche Patienten spüren spätere Symptome, wie z. B. Fieber, Gliederschmerzen, Hitzewallungen und Schwellungen.

  • Viele Stiche durch aquatische Lebewesen verursachen starkes Brennen und scharfe Schmerzen an der betroffenen Stelle. Hinzu kommen Schwellungen, Rötungen oder Hautauschläge. Einige Patienten fallen in Schock, Bewusstlosigkeit, Herzbeschwerden oder gar Herzstillstand, Schwächezustände, Schwindel oder sie erbrechen sich.

  • Bei manche Stichen oder Bissen von giftigen Tieren wird kein Gift injiziert und führen nur zu geringen Irritationen. Da Beschwerden aber verzögert auftreten können, solltest du dem Betroffenen trotzdem raten sich in ärztliche Obhut zu begeben, um Spätfolgen zu vermeiden.

  • Behandle jeden Stich oder Biss durch ein giftiges Tier als einen medizinischen Notfall und reagiere entsprechend.

  • Behandle jeden Stich oder Biss, der eine große Wunde verursacht hat, als medizinischen Notfall und reagiere entsprechend.

  • Falls möglich, kontaktiere das örtliche Vergiftungszentrum während du auf ärztliche Hilfe wartest.

  • Falls möglich, lege mit einer flexiblen Binde einen Druckverband um das ganze betroffene Gliedmaß an, um den Giftfluss zu verlangsamen. Stelle dann das Gliedmaß mit einer Schiene ruhig.

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